Ein Morgenritual und zwei Möglichkeiten #ootd CategoriesSPIELPLATZ

Ein Morgenritual und zwei Möglichkeiten #ootd

Von kleinen Morgenmuffeln, der Prinzessinnenphase und kleinen Entscheidungsfreudigen

Jeden Morgen, wenn ich ins Kinderzimmer spaziere, den Vorhang öffne und langsam den Tag ins dunkle Zimmer lasse, frage ich mich in welcher Stimmung die beiden wohl sind. Verpennt sind sie allemal.
Doch die vorherrschende Stimmung ist entscheidend. Denn bei beiden besteht die Chance, dass sie völlig grundlos schlechtgelaunt sind. Um Janosch in Rabe Josef zu zitieren „Von mir hat er das nicht!“. Ich bin absolut kein Morgenmuffel, ich komme zwar nicht gut aus den Federn, da ich sehr gern schlafe. Im Gegensatz zu meinen Kindern, die jeden Abend einen atemberaubenden Zwergenaufstand hinlegen um nicht ins Bett zu müssen. Anyway. Das morgendliche Vorankommen hängt wie gesagt maßgeblich von der Laune der Mitspieler ab. Gretl hat vor ein zwei Jahren einen wunderbaren Begriff für ihr schlechte-Laune-Gesicht oder auch mir-passt-was-nicht-Gesicht erfunden: Sie nennt es Gewittergesicht.
Passend zum Morgenritual, denn manchmal fühlt es sich wie ein kalter Regenguss oder ein kleiner Sturm an, gegen den Mama und Papa ohne Regenschirm oder Windjacke anzukämpfen haben.

Ich habe mal gelesen, Kindern sooft es geht, zwei Möglichkeiten zu bieten. Zum Beispiel: Erst anziehen oder erst Frühstücken? Oder Blaue Turnschuhe oder grüne Stiefeletten?
Frei nach diese Motto gestalte ich vielen Fragen im Alltag. Klar, gibts Bereiche, in denen das nicht realisierbar ist. Eh klar.
Je nach Laune der kleinen Entscheidungsfreudigen geht die Outfitfrage mal besser mal schlechter.

Harry-Potter-blaues-Hemd-und-graue-Cordhose-Phase

Gretl ist für die kommende Jahreszeit sehr viel leichter auszustatten, da sie ihre Hardcore-Prinzessinnnenphase (soweit ich das derzeit einschätzen kann) hinter sich hat und sich in der Harry-Potter-blaues-Hemd-und-graue-Cordhose befindet. Kurzer Hinweis, sie darf natülrich nicht alle Harry Potter Filme sehen (eh klar!)
Schischi jedoch kämpft um jeden Zentimeter Stoff an ihrem kleinen Körper. Ja und damit meine ich wirklich schreien, kratzen und heulen mit echten Tränen.
Sie kann sich, wie so viele in unserer Familie, nicht vom Sommer verabschieden. Ihr müsstet mal ihre Amamoma fragen, bei der äußert sich das allerdings anders 😉
Schischi will keine Jeans, keine Leggins, keine Strickjacken nuuuuur Kleidchen in rosa, die glitzern und mit Elsa drauf. Abgesehen davon, dass es nur ein Elsa-Kleid und zwei Shirts mit Elsa-Aufdruck gibt, die ich regelmäßig absichtlich in der Wäschetonne versauern oder im Schrank verstecke, sind die Kleidchen wettertechnisch bald nicht mehr kleidsam.
Die bereits erwähnte Amaoma (meine Mutta) lacht sich bei diesen Zeilen wahrscheinlich ins Fäustchen und denkt an Klein-Helene, die lieber drei Strumpfhosen übereinander zog als eine Jeans zu tragen.
Vathi hingegen würde jetzt seinen Vater zitieren:

„Ich höre die Schritte derer, die mich rächen werden, vor der Tür“.

Obwohl meine Mutter an unserer Hochzeit nicht sicher war, ob ich die Prinzessinnenphase überhaupt jemals hinter mir gelassen habe. Wahrscheinlich nicht 😉

Zurück zu den Görls und ihren Stylingvorstellungen. Schischi diskutiert über die zwei Möglichkeiten hinaus. Strickjacke muss glitzern und auch bei Strumpfhosen hat sie ganz genaue Wünsche.
„Die ist für Jungs!“ ruft sie wenn ich ihr die dunkelblaue Strumpfhose hinhalte.
Schließlich trägt sie einen Mix aus Zwiebellook in rosa, glitzernd und Blau, dazu verpasse ich ihr meinen eigenen Stil und ziehe beiden die Blundstones-Zugstiefelchen an.

Und natüüüürlich würde ich vielen Diskussionen morgens und überhaupt aus dem Weg gehen, wenn ich ausschließlich blingbling-rosa-glitzer-Elsa-Klamotten kaufe würde. Mach ich aber nicht. Abgesehen vom Stilbewusstsein, dass man nie zu früh mitgeben kann, sind die meisten dieser Teile aus fiesen Materialien gefertigt. Am besten sind noch die Langarmshirts mit Aufdruck- die sind wenigsten aus Baumwolle.

 
Vor ein paar Wochen gabs noch den Wunsch immer und immer im Partnerlook zu gehen. Auch mit Mama. Das war ein Spaß- da gabs kaum Tränen oder Kampf. Alle im Ringelshirt, blauer Hose und Trenchcoat mit weißen Sneakern. Dahin träume ich mich grad zurück. Aber wir wissen ja: Es ist alles nur eine Phase.
Und ganz getreu der Frage, die wir im Who-is-Who stellen: Was war dein grösstes Modefauxpas? erinnere ich mich mit Scham an meine Pupertät zurück. Vom beliebten Samtzopfgummi bis zur Netzstrumpfhose mit Löchern oder Plastikshirt im 70er Look – war die ganze Palette Gruseliges dabei. Dazu Hennasträhnchen im krächzenden Orange oder auch ein großes Highlight: meine grünkarrierte Latzhose. Mega!
Ziehen wir ein Fazit: Kinder dürfen sich beim Thema Kleidung gern austoben, lassen wir ihnen zwei oder vielleicht noch mehrere Möglichkeiten. Nur Wettertauglich muss es sein- eh klar. 😉

 
Hier gehts zu einem möglichen Gretl-Herbst-Outfit…

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