Maria Thiel // Die Frau mit den Scherenhänden CategoriesAllgemein

Maria Thiel // Die Frau mit den Scherenhänden

Für Maria Thiel (31) ist es am schönsten,
wenn ihre Scherenschnitte nicht hinter Glas eingesperrt werden,
sondern „frei flattern“ können.
Damit bewahren sie das Wilde,
das Filigrane und so Zarte in sich am besten auf.
Ihrer Bleistiftzeichnung auf schwarzen Papier rückt die junge Künstlerin mit dem Skalpell nahe.
Die Leipzigerin mit Wahlheimat Ruhla bevorzugt das echte Handwerk:
feine Konturen und ästhetisch-anmutige Zeichnungen
ziehen den Betrachter in den Bann,
faszinierend sind vor allem die Augen der Tiermotive.
Für sie ist die Bewegung mit dem messerscharfen Werkzeug

so einfach und natürlich wie das Atmen.

Jede Einzelheit wird herausgeritzt und ergibt zum Schluss einen zartgliedrigen Schattenschnitt.

Schwierig wird es beim Aufkleben des Bildes,

erklärt die gelernte Physiotherapeutin,
die dann mit Pinsel und Leim die schwarze Tierkontur auf weißem Untergrund verewigt.

Kreatives Talent liegt in ihrer Wiege.
Der Cousin des Opas war Kinderbuchautor und Illustrator Benno Pludra.
Seine Geschichten, etwa über „Lütt Matten und die weiße Muschel
haben die kleine Leipzigerin damals beflügelt.

Mit einem chinesischen Scherenschnitt von Marias Großvater Bernhard Pludra begann die Leidenschaft für diese Art der Kunst.

Seit meiner Kindheit zeichne ich,
habe Tiermotive erst mit Blaupapier abgepaust und
später mit Tusche selbst gezeichnet. Die ersten Skalpell-Schnitte entstanden vor drei Jahren,
als ich unsere Hochzeitskarten selbst gestaltete.

erinnert sich die junge Mutter.

Seitdem trainiert sie ihre Fingerfertigkeit,
stellt die Kunstwerke aus und sprüht vor neuen, kreativen Ideen.
Übrigens schreibt Maria auch einen Blog.
Unter www.papiersamurai.de können Einträge gelesen und Kunstwerke betrachtet werden.

IHR KOMMEN DIE FRAGEN:

  1. WAS WÜRDEST DU AUF EINE EINSAME INSEL MITNEHMEN ?
    Viele Berge; mein Mann & mein Kind
  2. WAS DARF IN DEINEM KÜHLSCHRANK NICHT FEHLEN ?
    Butter
  3. WAS IST DEIN LIEBLINGSKUCHEN ?
    Schmand Mandarine
  4. DEIN LIEBSTER, SELBST GEMACHTER SCHERENSCHNITT ?
    Schwer sich zu sagen, weil ich alle meine Scherenschnitte faszinierend finde. Vielleicht mein neustes Werk vom Weißkopfseeadler Unak.
  5. WAS IST DEINE MOTIVATION ?
    Mit ganz viel Liebe, lebendig wirkende und ausdrucksstarke Tiere aus dem Papier zu schneiden und mich jedes Mal dadrüber freuen
  6. WIE BEGINNST DU MIT EINEM SCHERENSCHNITT ?
    Mit einem schwarzen Papier; einem Bleistift und Radiergummi; dem Skalpell und einer Schneideunterlage (Vor der Schneidematte, hatte ich, sehr zu dem Unmut meines Mannes- unsere Holz Abendbrotbrettchen genommen – die jetzt äußerst zerfurcht sind 😉 )
  7. WAS IST DIR SCHON MAL BEIM ARBEITEN MIT SCHERENSCHNITT PASSIERT ?
    Wenn ich die ausgeschnittenen Papierreste vom Tisch & Werk pusten möchte, ich aber versehentlich draufspucke…
  8. WOHER KOMMT DEINE INSPIRATION ?
    Aus der so vielfältigen, wunderschönen Natur & den Tieren
  9. WELCHE WORTE BESCHREIBEN DICH AM BESTEN ?Unbeschwertheit, Naturnah, Loyal
  10. WIE FÜHLT ES SICH AN EINE VERNISSAGE ZU ERÖFFNEN ?
    Mal abgesehen von den schwitzigen Händen; nach der Eröffnungsrede immer sehr gut
  11. WER IST DEIN PERSÖNLICHER HELD ?
    Alle Menschen die weltoffen und unvoreingenommen sind
  12. WO SIEHST DU DICH IN 10 JAHREN ?
    Das wird sich in 10 Jahren zeigen 🙂
  13. WAS IST DEIN TIPP FÜR ALLE LESER ?
    Den Augenblick genießen; die kleinen Dinge im Leben wertschätzen; immer postitiv denken:-)

 

Text und Bilder: Stefanie Krauss

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